Unsere Katzen

Ein heikles Thema

Die Katzen, die sich entschlossen haben mit uns und bei uns zu leben sind aufgrund der Lage des Anwesens einem sehr hohen Risiko ausgesetzt. Sie sind wegen des Verkehrs auf der vorm Haus verlaufenden Strasse stark gefährdet, sofern sie diese zu überqueren versuchen. Nun könnten wir ganz einfach sagen wir schaffen uns keine Katzen an, also haben wir dieses Problem nicht, doch ganz so einfach machen wir es uns nicht und ganz so einfach ist es auch nicht!

Alle Katzen die wir haben, bzw. hatten sind entweder aus einem Tierheim, aus einer familiären Notsituation anderer, verunfallt aus dem Straßengraben, oder aus ähnlichen Situationen zu uns gekommen. Ja und manche wären wohl sogar eingeschläfert oder ertränkt worden.

Also haben wir uns gesagt die Katzen können hier tun und lassen was sie wollen, sich ganz als Katze benehmen und Ihr Leben ziemlich selbst bestimmen. Natürlich sind sie kastriert bzw. sterilisiert worden, damit wir nicht weitere Problemkinder in die Welt setzen. Wir halten das für einen halbwegs vernünftigen Weg damit umzugehen, denn wir können uns kaum etwas schlimmeres vorstellen als eine Katze die nicht aus dem Haus darf.

Jedenfalls haben wir mit Ihnen viel Spaß, denn bis auf "Arwen", die wir schwer verletzt und total dehydriert in einem Straßengraben gefunden hatten, haben sich allesamt mit unseren anderen Tieren wunderbar verstanden bzw verstehen sie sich noch. Hier ein paar Bilder mit kleinen Geschichten.

 

"Mulan"

"Mulan" war ein supercooler Perser der aus religiösen Gründen nicht mehr in sein früheres Zuhause durfte. Er kam mit vier Jahren zu uns und entwickelte sich zur Überkatze. Er trank nur aus dem laufenden Wasserhahn der Küchenspüle und verhielt sich den Hunden gegenüber sowas von ungeniert, dass diese gar nicht wussten ob sie lachen oder weinen sollten. "Mulan" lebte zwei Jahre bei uns, wurde dann angefahren und starb beim Tierarzt in unseren Armen.

"Biko"

"Biko"kam ein paar Tage vor Mulans Unfall als Kätzchen zu uns aus unkontrollierter Vermehrung. Er wurde sofort ins Rudel aufgenommen, nachdem er sich den Hunden gegenüber ähnlich cool wie Mulan verhielt. Er zeigte keinerlei Scheu und wurde zum Schmusekater für alle, besonders für unsern Border "Sam". Er lebte ein gutes Jahr bei uns und war eines Tages nicht mehr von seiner Runde zurückgekehrt. Tagelang suchten wir alle Böschungen und Gräben in der Nähe ab - ohne Erfolg. Bis heute wissen wir nicht was ihm widerfahren ist.

"Smudge"

"Smudge" war ein Maincoon-Perser-Mix und kam über das Tierheim Hodenhagen zu uns, indem er tagelang nichts gefressen hatte. Er musste von seiner britischen Familie abgegeben werden, weil das Frauchen schwer erkrankte und die Familie nach England zurück musste. Um ihn die Quarantäne bei der Einreise auf die Insel zu ersparen wurde er ins Tierheim gegeben. Er war eine reine Wohnungskatze und kannte weder andere Katzen noch Hunde oder andere Tiere. - Nun gut, nach einem Tag fing er bei uns an zu fressen und gewöhnte sich innerhalb kürzester Zeit an alle weiteren Gegebenheiten, sodass er sich (nachdem er deutsch lernen musste) überall frei bewegen konnte. Es machte viel Spass diese Erscheinung von Katze zu erleben, der immer das letzte Wort haben musste und den häuslichen "Futtermeister" voll im Griff hatte. Leider ist auch er  von einem Ausflug nicht zurückgekommen.

"Gimli"

"Gimli" ist ebenfalls aus dem Tierheim Hodenhagen und hatte ein Handicap am linken Auge. Er kam als Kätzchen angereist und wurde von unseren anderen Tieren mit offenen Vorderbeinen angenommen. Er kam so gut mit ihnen zurecht, dass er es sich nicht nehmen ließ den Hunden frisch gefangene Mouse-Ware zu kredenzen, die sie oft gerne annahmen und sich schmecken ließen. Lange Zeit hatte er sich immer auf der ungefährlichen Seite unseres Gartens aufgehalten,  lag morgens entweder beim Pferd oder bei den Mini-Schweinen und wartete bis die Kinder zur Schule mussten. Dann kam er ins Haus und erholte sich den ganzen Tag von den nächtlichen Abenteuern. Eines Tages ist er dann doch 'mal über die Strasse und  wurde  auf dem Rückweg von einem Wagen erfasst und tödlich verletzt.

"Arwen"

"Arwen" haben wir an einem Sonntagnachmittag in einem Graben gefunden. Sie schien tot zu sein, war aufgrund der Vielzahl ihrer Verletzungen total am Ende und ziemlich dehydriert - aber sie lebte!!! Sie sah so erbärmlich aus. die Fotos können das alles gar nicht so widergeben. Das rechte Auge war fast geschlossen und total verschmiert. Der Hals und beidseitig der Schultern war sie richtiggehend zerledert worden. Die Wunden waren offen und schienen von einem Fuchs oder Hund herzurühren. Nachdem Frau Dr. Bobeth mit uns darüber einig war sie nicht einzuschläfern weil sie wie es schien leben wollte wurde das ganze Ausmaß ihrer Verletzungen sichtbar. Das Fell konnte man handtellergroß auf beiden Seiten der Schultern abnehmen. Darunter war alles grüngelblich vereitert. Sie muss schon längere Zeit so herumgeirrt oder dort gelegen haben. Nach wochenlanger Pflege in einem extra Raum erholte sie sich wieder, behielt aber das kaputte Auge und eine Bewegungseinschränkung am vorderen rechten Bein zurück, was sie aber nicht weiter störte. Mit den unseren anderen Katzen fing sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zu verstehen, leider gab es aber mit den Hunden Probleme. Sie fing an grundlos nach ihren Augen zu schlagen sodass wir sie nach einiger Zeit ins Tierheim abgeben mussten. Dort entwickelte sich "Arwen" zur Amme und zog mutterlose Kätzchen auf, bevor sie dann doch noch ein neues Zuhause gefunden hat.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Fr. Dr. vet. Bobeth aus Rethem, die diese Katze kostenlos (Ostergeschenk an die Katze) behandelt hatte und  zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung steht.

"Mikesch"

"Mikesch" ist unser Border-Kater und fühlt sich hier sauwohl. Wir suchten ihn aus einer Katzengemeinschaft weit über zehn aus und brachten ihn in unsere Gemeinschaft, in der er sich toll entwickelte ein ziemlich großer Kerl geworden ist und sich mit allen versteht, besonders mit unserer kleinen "Amy". Hoffentlich bleibt er uns lange erhalten und kümmert sich so um die hauseigenen Mäuse, wie es sein Vorgänger "Gimli" getan hat, den er noch einige Wochen kennen lernen konnte.

Leider hatte Mikesch am 10 Dezember 2004 versucht die Straße zu überqueren und verunglückte, zu unser aller Leidwesen, ebenfalls tödlich.

"Amy"

"Amy" ist unser jüngstes Katzenkind und kommt aus Hope von "Gybsys-Home". Auch sie versteht sich mit allen anderen und entwickelt sich zur Schmuseweltmeisterin. Sie darf erst `raus wenn sie größer und kastriert worden ist, hat uns aber dennoch schon einige Male überlistet und ist beim Türöffnen wie eingeölter Blitz zwischen unseren Füßen durchgezischt. Auch "Amy" hatte "Gimli" noch einige Wochen kennen gelernt, sich allerdings ziemlich auf "Mikesch" eingeschossen.